Unterschiede Parodontitis und Periimplantitis

Parodontitis und Periimplantitis weisen eine Reihe von Gemeinsamkeiten auf. Allerdings gibt es auch grundsätzliche Unterschiede, die primär in der unterschiedlichen Anatomie von Zahn und Implantat begründet sind.

Zahn und Implantat im Vergleich

Der natürliche Zahn ist durch das Ligament vom Alveolarknochen getrennt und über einen bindegewebigen Faserapparat in der Alveole aufgehängt. Die Fasern verlaufen in verschiedenen Richtungen und bilden dadurch ein schwer durchdringbares Netzwerk. Das Implantat ist hingegen direkt im Knochen verankert und somit fehlt der desmodontale Spalt und auch die Sharpey´schen Fasern. Zudem inserieren die Kollagenfasern des mplantatumgebenden Gewebes nicht am Implantat, sondern sind parallel dazu orientiert, was eine geringere bindegewebige Anhaftung zur Folge hat. Dies trägt in der Summe dazu bei, dass sich periimplantäre Entzündungen 2-3-mal schneller in die Tiefe ausbreiten und einen schneller fortschreitenden Knochenverlust zeigen als parodontale Entzündungen.

Das implantatumgebende Gewebe ist ein Narbengewebe

Das periimplantäre Gewebe weist darüber hinaus weniger Blutgefäße auf, d.h. es ist schlechter vaskularisiert als das Parodont. Insgesamt gleicht das periimplantäre Gewebe deshalb eher einem Narbengewebe mit verringerter immunologischer Kompetenz, wodurch auch bakterielle Angriffe weniger effizient abgewehrt werden können. Dies spiegelt sich auch in der stärkeren Ausbreitung des inflammatorischen Zellinfiltrates (v.a. Neutrophile und Makrophagen) am Implantat im Vergleich zum natürlichen Zahn wider, was als Anzeichen für ein akuteres Entzündungsgeschehen gewertet werden kann.