Bakterien am Implantat

Die Periimplantitis wird, ganz ähnlich wie die Parodontitis, von einer Gruppe bestimmter Bakterien ausgelöst. Dabei handelt es sich zum größten Teil sogar um die gleichen Bakterien, die mit beiden Krankheiten assoziiert sind.

eine Gruppe von stäbchenförmigen Bakterien

Die Bakterienbelastung an erkrankten Implantaten ist nicht nur doppelt so hoch wie an gesunden, es finden sich dort auch signifikant mehr parodontopathogene Keime, die überwiegend dem Roten und Orangen Komplex angehören. Das nahmen Bernd Sigusch und Kollegen zum Anlass, die Besiedelung von Implantaten mit parodontopathogenen Bakterien zu untersuchen. Dabei verglichen sie Implantate von Patienten, die bei Implantation noch natürlich Zähne hatten, mit zahnlosen Patienten. Die Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass der natürliche Zahn als Infektionsquelle für periimplantäre Erkrankungen dient, da die parodontopathogenen Bakterien am Implantat bei Vorhandensein natürlicher Zähne nicht nur deutlich häufiger als bei zahnlosen Patienten vorkommen, sondern das Keimspektrum auch das des natürlichen Zahnes widerspiegelt.

Kein Implantat bei bestehender Parodontitis

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Patienten mit einer Parodontitis in der Historie ein 5-6-fach erhöhtes Risiko für eine Periimplantitis mit schwerem klinischen Verlauf aufweisen und eine längere Behandlungsdauer benötigen. Liegt aktuell beim Patienten eine Parodontitis vor, erhöht sich das Risiko für periimplantäre Erkrankungen sogar auf das bis zu 7-Fache. Die Parodontitis gilt daher als signifikanter Risikofaktor für periimplantäre Infektionen. Aus diesem Grund besagt auch der erste implantologische Imperativ, dass keine Implantation erfolgen darf, solange die parodontale Erkrankung nicht erfolgreich behandelt wurde. Ein mikrobiologischer Test zeigt das Vorliegen von parodontopathogenen Bakterien auf und hilft dabei, die Parodontitis erfolgreich zu therapieren. Zudem lässt sich damit nach abgeschlossener Parodontitisbehandlung feststellen, ob die parodontopathogenen Bakterien ausreichend reduziert wurden. So lässt sich das Periimplantitisrisiko bereits im Vorfeld einer Implantation minimieren.