Parodontitis ist eine Infektionskrankheit

Parodontitisbakterien können von einem Patienten auf Mitmenschen übertragen werden. Um Infektionen oder Reinfektionen zu vermeiden, gilt es daher auch, die verschiedenen Ansteckungswege im Blick zu behalten.

Küssendes Pärchen

Parodontitis wird von einer bestimmten Gruppe aggressiver Bakterien ausgelöst und gilt als häufigste Ursache für Zahnverlust im Erwachsenenalter. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass Parodontitis eine echte Infektionskrankheit und damit auch ansteckend ist. Gerade sich nahestehende Personen, wie Partner, Geschwister sowie Eltern und ihre Kinder, werden daher zu einer Gefahr füreinander. Schon ein gemeinsam genutzter Löffel, die geteilte Trinkflasche oder ein Kuss können zur Übertragung der parodontopathogenen Markerkeime führen.

Die Folgen

Ein Patient mit einer bestehenden Parodontitis stellt eine Infektionsquelle dar und kann einen Teufelskreis auslösen, denn weitere Familienmitglieder werden zu Keimträgern. Auch wenn sie möglicherweise noch keine klinischen Symptome aufweisen, erhöht sich das Risiko für die Angehörigen, ebenfalls an einer Parodontitis zu erkranken. Aber auch für den Patienten selbst hat das weitreichende Konsequenzen: Die ständige häusliche Reinfektion kann den Behandlungserfolg – trotz optimaler zahnärztlicher Therapie – deutlich reduzieren oder gar verhindern.

Partnertherapie statt Kuss-Verbot

Zum Beispiel beim Küssen kann es zu einer kontinuierlichen Reinfektion des Parodontitispatienten durch den Partner kommen. Die nachhaltige Reduktion der Bakterien und somit ein langfristiger Therapieerfolg ist daher nur durch eine gleichzeitig stattfindende Behandlung beider Partner gewährleistet. Dadurch soll der Kreislauf der Infektion durchbrochen werden. Auch der Partner profitiert von der Behandlung, denn parodontale Schäden können frühzeitig vermieden werden.

Pathogene Keime bei Kindern rechtzeitig aufdecken

Um das Risiko für eine Parodontitis bei Kindern von Patienten zu minimieren, sollte man diese ebenfalls frühzeitig untersuchen. Lassen sich zum Beispiel pathogene Bakterien nachweisen, sollte man auch die Kinder schon in ein prophylaktisches Recall-System aufnehmen, um langfristig die Entstehung einer Parodontitis zu verhindern.