Implantatverlust: Risiko durch genetische Prädisposition

Die körpereigene Immunantwort auf Entzündungen spielt auch bei der Periimplantitis eine entscheidende Rolle. Eine bekannte genetische Prädisposition sollte daher immer in der Therapieplanung berücksichtigt werden.

Zahnimplantat in einem durchsichtigen Modell eines Unterkiefers

Interleukin-1-Polymorphismus und Implantate

Implantat-getragener Zahnersatz bringt einen erheblichen Planungs- und Kostenaufwand mit sich. Um den Erfolg der Implantation nicht zu gefährden, ist deshalb eine Keimreduktion der parodontopathogenen Bakterien vor der Implantation dringend empfohlen, da diese auch die Ursache für eine Periimplantitis sein können. Darüberhinaus besteht ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von IL-1-Veränderungen und dem Auftreten von periimplantären Komplikationen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn Rauchen oder eine Belastung mit parodontopathogenen Keimen als weitere Risikofaktoren vorhanden sind.

Was muss vor Implantation beachtet werden?

Da IL-1-positive Implantatträger besonders empfindlich auf pathogene Bakterien reagieren, kann die Vorkenntnis über die Entzündungsneigung des Patienten den Behandlungserfolg maßgeblich beeinflussen. So sollten diese Patienten zusätzliche Risikofaktoren möglichst vermeiden und in ein engmaschiges Recallsystem eingebunden werden. Ist bei einem rauchenden Patienten, der bereits infolge einer Parodontitis Zahnverlust erlitten hat, eine Implantation geplant, wird die Bestimmung des IL-1-Genotyps dringend empfohlen. Für den Implantologen stellt die Analyse eine Möglichkeit dar, sich gegen Implantatversagen und mögliche Regressforderungen abzusichern.

Ungünstige Kombination: Genetische Prädisposition und Rauchen

Bei osseointegrierten Implantaten zeigen Raucher per se signifikant höhere Komplikationsraten, ein gesteigertes Risiko für postoperative Infektionen sowie stärkeren Knochenverlust. Diese Tendenz wird verstärkt, wenn zusätzlich Interleukin-1-Polymorphismen vorliegen. In der Konsequenz müssen vor allem Patienten, die eine Veränderung im IL-1-Gencluster aufweisen und gleichzeitig rauchen, zu 50 % mit signifikanten Komplikationen oder sogar dem Verlust des Implantates rechnen. Auch gemäß einer Langzeitstudie über 10 Jahre sind neben einer regelmäßigen Recalluntersuchung und Nikotinkonsum vor allem der Interleukin-1-Risikotyp des Patienten von entscheidender Bedeutung für den langfristigen Behandlungserfolg.