Zusammenhang Genetik und Rauchen

Rauchen erhöht per se das Risiko an einer Parodontitis zu erkranken. Trifft diese Angewohnheit auch noch auf einen vorliegenden IL-1-Polymorphismus, potenziert sich das Risiko. Umso wichtiger ist es, sich dessen bewusst zu sein.

Eine Frau raucht eine Zigarette

Rauchen gilt als einer der Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung einer Parodontalerkrankung. Die infolge des Tabakkonsums schlechtere Durchblutung des Gewebes und die damit einhergehende verschlechterte Immunkompetenz können den Zahnhalteapparat nachhaltig schädigen. So weisen Raucher nicht nur ein erhöhtes Risiko auf, an einer Parodontitis zu erkranken. Auch Parodontalbehandlungen sind bei Rauchern weniger erfolgreich als bei Nichtrauchern. Untersuchungen zufolge erhöht Rauchen das Parodontitisrisiko im Durchschnitt um das 2,9-fache.

Genetische Faktoren verstärken das Risiko

Auch die erblich bedingte IL-1-vermittelte Entzündungsneigung hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung und den Verlauf einer Parodontitis. Ein Patient mit Veränderungen in den IL-1-Genen hat ein ähnlich hohes Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken (2,7-fach) wie ein Raucher (2,9-fach). Sind neben der erblichen Veranlagung noch weitere Risikofaktoren vorhanden, so verstärken sich diese in ihrer Wirkung, wirken also synergistisch. Weist ein rauchender Patient zusätzlich eine Veränderung in den IL-1-Genen auf, so erhöht sich das Risiko für Parodontalerkrankungen etwa auf das 8-fache.

Was bedeuten diese Zusammenhänge in der Praxis?

Dem Patienten sollte sehr deutlich gemacht werden, dass sich das Parodontitisrisiko stark erhöht, wenn er trotz IL-1-Polymorphismus raucht. Zudem sollte dieser Patient angehalten werden, seine Mundhygiene besonders sorgfältig und zuverlässig auszuführen. Schon geringe Mengen an Bakterien können in diesen Fällen nämlich ausreichend sein, um eine starke Entzündung auszulösen. Somit kann ein vorliegender Nachweis über den IL-1-Polymorphismus auch als Motivation zum Nikotinverzicht und zur optimierten Mundhygiene dienen. Sollte es dem Patienten nicht gelingen, mit dem Rauchen aufzuhören, muss er durch ein engmaschiges Recall besonders gründlich überwacht werden.