PA-Nachsorge und Reevaluation

Um den Erfolg der nicht-chirurgischen Parodontitis-Therapie zu bewerten, bedarf es einer sorgfältigen Reevaluation und Neubewertung aller relevanten Parameter. Zeigen der PA-Nachstatus sowie die Kontrollanalyse ein zufriedenstellendes Ergebnis, kann der Patient in die Erhaltungsphase überführt werden.

Im Anschluss an die nicht-chirurgische Parodontitis-Therapie erfolgen im jeweils 2-wöchigen Abstand die Kontrolle der Wundheilung und die Begutachtung der klinischen Verhältnisse. Dies ist notwendig, da unvorhergesehene Ereignisse wie Abszessbildung o.ä. die Abheilung beeinflussen können.

PA-Nachstatus

Die finale Reevaluation der Ergebnisse der nicht-chirurgischen Parodontitis-Therapie erfolgt nach 6–8 Wochen. Erst zu diesem Zeitpunkt ist eine signifikante Verbesserung der klinischen Parameter zu erwarten. Es wird ein PA-Nachstatus erhoben und der Erfolg der bisherigen Therapie bewertet. Plaque- und Blutungswerte sollten zurückgegangen sein, eine eventuell vorhandene Mobilität der Zähne abgenommen haben und kein Pusaustritt mehr vorliegen. Die Sondierungstiefen sollten deutlich reduziert sein.

Kontrollanalyse

Darüber hinaus ist im Rahmen dieser Reevaluation eine mikrobiologische Kontrollanalyse mit micro-IDent® bzw. micro-IDent®plus sinnvoll. Mit deren Hilfe wird die Effektivität der Behandlungsmaßnahmen zur Keimreduktion überprüft sowie der Behandlungserfolg dokumentiert. Das Ergebnis der Kontrollanalyse bildet zusammen mit dem klinischen Befund die Grundlage für die Entscheidung, ob weitere Behandlungsmaßnahmen notwendig sind. Fällt die kritische Überprüfung der Therapieergebnisse insgesamt positiv aus, kann der Patient in die Erhaltungsphase entlassen werden. Ist allerdings das Ergebnis dieser Überprüfung nicht zufriedenstellend, sind weitere Maßnahmen erforderlich.

Weiterführende Therapie

Chirurgische Behandlungsoptionen sind in Betracht zu ziehen, wenn an selektiven Zähnen Taschen ≥ 5,5 mm sowohl im Ausgangsbefund als auch im Nachstatus vorhanden sind. Insbesondere wenn eine mikrobiologische Kontrollanalyse nach nicht-chirurgischer Behandlung eine anhaltende Keimbelastung aufzeigt, ist eine Entfernung des subgingivalen Biofilms unter Sicht indiziert.

Individuelles Entzündungsrisiko

Sollten die klinischen Parameter trotz deutlicher Keimreduktion kontinuierlich schlecht sein, empfiehlt sich spätestens zu diesem Zeitpunkt eine Analyse des individuellen Entzündungsrisikos mit GenoType IL-1. Denn das Immunsystem von Patienten mit Mutationen der Interleukin-1-Gene kann selbst auf geringe Bakterienmengen schon sehr empfindlich reagieren. Bei einer vorliegenden genetischen Prädisposition wird die Behandlung an das Risikoprofil des Patienten angepasst, indem z.B. die Recall-Intervalle verkürzt werden. Im Gegensatz zu einer Markerkeimanalyse muss eine humangenetische Untersuchung nur einmal im Leben durchgeführt werden, denn die vererbten Anlagen eines Menschen verändern sich nicht.