Erhaltungsphase

In der Erhaltungsphase soll die erfolgreich stabilisierte parodontale Situation langfristig bewahrt werden. Dies bedarf neben einer lebenslangen regelmäßigen Kontrolle und Zahnreinigung vor allem der anhaltend motivierten Mitarbeit des Patienten.

Zahnarzt begrüßt Patientin zur Kontrolluntersuchung

Zeigt der Patient eine deutliche Verbesserung der klinischen und mikrobiologischen Parameter, folgt die Erhaltungsphase, in weclher der Patient in regelmäßigen Abständen in der Praxis vorstellig werden sollte. Die Ziele dieses Behandlungsabschnitts sind

  • Erhalt des Attachmentniveaus,
  • Vorbeugung von Zahnverlust,
  • Kontrolle der parodontalen Infektion,
  • Verhinderung einer Reinfektion und
  • diagnostisches Monitoring.

Eine der größten Herausforderungen ist allerdings, angesichts einer oft lebenslang durchzuführenden Behandlung, die ständige Remotivation des Patienten.

Risikobeurteilung

Die Frequenz der Untersuchungen in der Erhaltungsphase ergibt sich aus dem individuellen Risiko des Patienten für ein erneutes Aufflammen der Erkrankung.

Gemäß der parodontalen Risikobeurteilung der DG PARO wird nach

  • Bestimmung des Blutungsindex,
  • Anzahl der Stellen mit Sondierungstiefen ≥ 5 mm,
  • Zahl der verlorenen Zähne,
  • Knochenabbau und
  • Zigarettenkonsum

eine vorläufige Risikoeinteilung vorgenommen.

Nach Erhebung weiterer systemischer (Diabetes mellitus, HIV-Infektion, gingivoparodontale Manifestation systemischer Erkrankungen) sowie genetischer Faktoren (Nachweis des Interleukin-1ß-Polymorphismus mit GenoType IL-1) wird abschließend das endgültige Risiko festgelegt. Aus diesem leitet sich das Patienten-spezifische Recall-Intervall ab.

Kontrolluntersuchungen

Je nach Risikoprofil des Patienten finden Kontrolluntersuchungen im Abstand von 3–12 Monaten statt. Dabei erfolgen die Überprüfung von klinischer Situation und Hygienestatus, die Entfernung vorhandener Beläge und die Remotivation des Patienten zur Mundhygiene. In der Erhaltungsphase können regelmäßige Überprüfungen des subgingivalen Keimspektrums helfen, Reinfektionen und Rezidive frühzeitig zu erkennen. Sie tragen somit dazu bei, das klinische Bild langfristig stabil zu halten. Sollte die Infektion erneut aufflammen, ist eine Rückkehr zur aktiven Phase des Behandlungsplanes notwendig.