Diagnostik in der Parodontitis-Therapie

Um angemessen auf die Parodontitis reagieren zu können, muss eine sorgfältige Allgemeinanamnese erhoben werden. Die daraus gewonnenen Informationen bestimmen dann den weiteren Behandlungsverlauf.

Die Grunduntersuchung erfasst den Patienten in seiner Gesamtheit und berücksichtigt alle Faktoren, die den Krankheits- und Therapieverlauf beeinflussen können. Dazu gehören unter anderem die klinischen Parameter, die röntgenologische Situation des Parodonts sowie der Mundhygienestatus. Auf Basis der gesammelten Informationen ist es möglich, einen individuell auf den Patienten zugeschnittenen Therapieplan zu erstellen.

Klinisch

Welchen Schweregrad der Parodontitis ergibt die Untersuchung von Blutungsindex, Zahnlockerung, Sondierungstiefe und Attachmentverlust?

Röntgenstatus

Wie stellen sich Knochenverlauf und Furkationsbefall im OPG dar? Optional werden im PA-Röntgenstatus alle Zähne in Einzelaufnahmen dargestellt.

Zahnarzt zeigt Patientin ein Röntgenbild

Mundhygiene

Wie gut pflegt der Patient seine Zähne? Um den Mundhygienestatus festzustellen, bietet sich z.B. die Erhebung des Approximalraum-Plaque-Index (API) und des Sulkus-Blutungs-Index (SBI) an.

Allgemein

Welche zusätzlichen Krankheiten hat der Patient (Diabetes mellitus, Osteoporose, HIV, kardiovaskuläre Erkrankungen, Gelenkersatz etc.)? Nimmt der Patient Medikamente ein, die bei der Planung der Therapie berücksichtigt werden müssen (Blutverdünnungsmittel, Antidepressiva, Immunsuppressiva usw.)?

Mikrobiologisch

Wie hoch ist die Belastung mit parodontopathogenen Bakterien? Eine Markerkeimanalyse mit micro-IDent® bzw. micro-IDent®plus zeigt dies auf. Das Wissen um die Zusammensetzung der Subgingivalflora erlaubt bereits zu diesem Zeitpunkt ein infektionsbiologisch fundiertes Planen der Behandlung. Das Analyseergebnis kann auch dazu dienen, dem Patienten seine individuelle Situation aufzuzeigen und das Verständnis für die Notwendigkeit sorgfältiger Mundhygiene zu stärken.

Papierspitzen werden mit Hilfe einer Pinzette in ein Transportröhrchen überführt

Familiär

Liegt eine familiäre Prädisposition für Parodontalerkrankungen vor? Da kann eine Befragung des Patienten und/ oder eine Analyse des individuellen Entzündungsrisikos mit dem humangenetischen Testsystem GenoType IL-1 weiterhelfen.

Speziell

Gibt es weitere Risikofaktoren? Zum Beispiel Rauchen, Stress, Mundtrockenheit, Allergien? Ein Fragebogen oder ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten klären dies ab.