Parodontitis-Behandlung: Ein praxistaugliches Therapiekonzept

Eine erfolgreiche Parodontitis-Therapie stoppt die Entzündung durch Reduktion der parodontopathogenen Bakterien und stabilisiert die parodontale Situation. Dafür müssen die einzelnen Maßnahmen inhaltlich, kausal und zeitlich aufeinander abgestimmt sein – von der umfassenden Untersuchung bis hin zur lebenslangen Erhaltungstherapie.

Bei einer strukturierten Parodontitis-Behandlung durchläuft der Patient Schritt für Schritt die einzelnen Abschnitte. Die Therapie wird dabei an seine individuelle Situation angepasst. Beim Abschluss eines jeden Behandlungsabschnitts ist neu zu bewerten, welche weiterführenden Maßnahmen für den einzelnen Patienten notwendig sind.

Diagnostik

Am Anfang der Parodontitis-Therapie steht die Diagnostik, bei der der Zahnarzt in einer umfassenden Untersuchung den aktuellen Status des Patienten aufnimmt.

Initial- und Hygienephase

In der anschließenden Initial- und Hygienephase liegt der Fokus auf der Herstellung optimaler Hygieneverhältnisse. Es wird eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt und der Patient ausführlich instruiert, wie die Zahnpflege zuhause optimal umzusetzen ist.

Reevaluation

Nach ca. 2-4 Wochen findet die Reevaluation statt. Hier wird überprüft, ob sich das klinische Bild entscheidend verbessert hat und der Patient in die Erhaltungsphase überführt werden kann.

Nicht-chirurgische Parodontitis-Therapie

Sollte das nicht der Fall sein, schließt sich die nicht-chirurgische Parodontitis-Therapie an. In dieser werden die Zahnoberflächen auch subgingival mechanisch von Plaque und anderen Ablagerungen befreit. Je nachdem, welche und wie viele parodontopathogenen Bakterien vorhanden sind, ist eine begleitende Antibiose sinnvoll.

PA-Nachsorge und Reevaluation

In der PA-Nachsorge und Reevaluation überprüft der Zahnarzt nach ca. 6-8 Wochen den Erfolg der Behandlung. Ist diese zufriedenstellend, kann er den Patient in die Erhaltungsphase entlassen.

Chirurgische Parodontitis-Therapie

Besteht weiterhin Behandlungsbedarf, schließt sich die chirurgische Parodontitis-Therapie an. In dieser wird unter Sicht die pathogene Plaque aus schwer zugänglichen Bereichen, wie beispielsweise Furkationen, entfernt.

Erhaltungsphase

In der Erhaltungsphase soll verhindert werden, dass die Parodontitis wieder aufflammt. Dazu sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig, die an das individuelle Risikoprofil des Patienten angepasst sind.

Mit der Durchführung eines strukturierten Behandlungskonzeptes gelingt es idealerweise, eine optimale parodontale Situation herzustellen. Dennoch gilt ein Parodontitispatient grundsätzlich als chronisch krank und benötigt ein Leben lang regelmäßige professionelle Betreuung in der Zahnarztpraxis.