Verantwortungsvolle Antibiotikatherapie mit mikrobiologischer Diagnostik

Ob im Rahmen der Parodontitis-Therapie eine zusätzliche Antibiotikagabe notwendig ist, hängt entscheidend von der Konzentration und der Art der Bakterien ab. Vor allem wenn gewebeinvasive Bakterien in hohen Konzentrationen vorliegen, kann eine adjuvante Antibiose notwendig sein.

Arzt übergibt Rezept an Patientin

Parodontitis und Periimplantitis sind Folge einer Entgleisung des oralen Mikrobioms. In Abhängigkeit vom klinischen Bild ist deshalb in bestimmten Fällen eine adjuvante Antibiose notwendig. Aber die Zusammensetzung der subgingivalen Keimflora kann individuell sehr unterschiedlich sein. Auch die Konzentration der einzelnen Markerkeime variiert von Patient zu Patient deutlich. Eine antibiotische Begleittherapie sollte stets spezifisch gegen die vorhandenen Pathogene gerichtet sein und die benefizielle Flora hingegen schonen. Für eine zielgerichtete Therapie ist daher vor der Verordnung eines Antibiotikums eine mikrobiologische Analyse notwendig.

Vorteile der Diagnostik

Die mikrobiologische Diagnostik ermöglicht einen fundierten und rationalen Einsatz von Antibiotika sowie die Auswahl eines optimalen Wirkstoffes. Nur wenn Art und Menge der vorhandenen Erreger bekannt sind, können Antworten auf therapeutisch wichtige Fragen gegeben werden. Ist überhaupt ein Antibiotikum nötig? Falls ja, welcher Wirkstoff deckt das vorhandene Keimspektrum optimal ab? So werden Über- und Unterbehandlungen vermieden und das Risiko für die Entstehung von Resistenzen minimiert. Durch die Auswahl eines möglichst selektiv auf die parodontalen Markerkeime abzielenden Wirkstoffes kann die benefizielle Flora geschont und unnötige Nebenwirkungen vermieden werden.