Probiotika – für eine gesunde Mundflora

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die einen gesundheitsfördernden Einfluss auf die Standortflora haben. Sie kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn das natürliche mikrobiologische Gleichgewicht aus der Balance geraten ist. In ausreichender Menge eingenommen, können Probiotika dann helfen, krankheitsauslösende Bakterien zu verdrängen und wieder gesunde Verhältnisse herzustellen.

Parodontitis entsteht durch Dysbiose

Ein ausgewogenes orales Mikrobiom ist für die Mundgesundheit essenziell. So können durch eine Verschiebung des subgingivalen Keimspektrums auch parodontale Erkrankungen entstehen. Bei einer Parodontitis wird zum Beispiel die gesunde Gingivalflora im Krankheitsverlauf zunehmend von parodontopathogenen Bakterien überwuchert. Diese sogenannte Dysbiose löst dann eine entzündliche Immunantwort aus und führt letztlich zu einer fortschreitenden Zerstörung des parodontalen Halteapparates. Orale Probiotika wirken dieser Entwicklung entgegen, indem sie die parodontalen Markerkeime verdrängen und gleichzeitig das Immunsystem unterstützen. Durch eine regelmäßige und ausreichend lange Einnahme tragen orale Probiotika daher dazu bei, die gesunde Mundflora wieder zu stärken.

Probiotische Milchsäurebakterien

In zahlreichen wissenschaftlichen Studien haben sich bei Parodontalerkrankungen vor allem Lactobazillen als wirksames Probiotikum erwiesen (1-4). Als besonders effizient gilt eine Begleittherapie mit Lactobacillus reuteri (z.B. GUM® PerioBalance®). Dieser Bakterienstamm kann sich während der Einnahme im Speichel und an der Mundschleimhaut festsetzen und die Behandlung von Parodontitis und Gingivitis gleich über verschiedene Mechanismen unterstützen:

  • Unterdrückung der Plaque-Neubildung
  • Verbesserung des oralen Mikrobioms durch Konkurrenz mit pathogenen Bakterien
  • Hemmung pathogener Erreger durch Produktion von Reuterin
  • verbesserte Immunreaktion
  • entzündungshemmende Wirkung

Für welche Patienten?

Bei einer chronischen Parodontitis trägt die Einnahme oraler Probiotika, in Ergänzung zu SRP und professioneller Zahnreinigung, zur Reduktion parodontaler Pathogene bei. Dadurch werden klinische Parameter verbessert und das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung reduziert (1-4). Alternativ können orale Probiotika nach einer erfolgten Antibiotikatherapie die Wiederherstellung einer gesunden Mikroflora unterstützen. Auch als ergänzende Therapie von Schwangerschaftsgingivitis (5), periimplantärer Mukositis (6) und oraler Candidiasis (7) haben sie sich zur Verbesserung der klinischen und mikrobiologischen Situation bewährt.

Die Einnahme eines Probiotikums sollte immer gemäß den Angaben des Herstellers erfolgen.

Literatur

(1) Martin-Cabezas R et al. (2016) Clinical efficacy of probiotic as an adjunctive therapy to non-surgical periodontal treatment of chronic periodontitis: A systematic review and meta-analysis. J of Clinical Periodontology; 520-530

(2) Teughels W et al. (2013) Clinical and microbiological effects of Lactobacillus reuteri probiotics in the treatment of chronic periodontitis: a randomized placebocontrolled study. J Clin Periodontol 40:1025-35

(3) Vicario M et al. (2013) Clinical changes in periodontal subjects with the probiotic Lactobacillus reuteri Prodentis: A preliminary randomized clinical trial. Acta Odont Scand 71: 813-819

(4) Vivikananda MR et al. (2010) Effect of the probiotic Lactobacilli reuteri (Prodentis) in the management of periodontal disease: a preliminary randomized clinical trial. J Oral Microbiol 2:10.3402/jom.v2io.5344

(5) Schlagenhauf U et al. (2016) Regular consumption of Lactobacillus reuteri containing lozenges reduces pregnancy gingivitis: an RCT. J Clin Periodontol 43:948-954

(6) Flichy-Fernandez A et al. (2015) The effect of orally administered probiotic Lactobacillus reuteri containing tablets in peri-implant mucositis: a double-blind randomized controlled trial. J Periodont Res  50:775-785

(7) Kraft-Bodi E et al. (2015) Effect of Probiotic Bacteria on Oral Candida in Frail Elderly. J Dent Res.(9 Suppl):181S-6S. doi: 10.1177/0022034515595950. Epub 2015 Jul 22.