Antibiotikatherapie in der Parodontologie

Antibiotika werden in der Medizin eingesetzt, um das Wachstum von schädlichen Mikroorganismen zu hemmen, oder diese ganz abzutöten. Dabei sind diese Medikamente ein wichtiges Mittel, um lebensgefährliche Krankheiten zu bekämpfen. Aber Antibiotika haben auch in der Parodontologie ihre Berechtigung. Denn auch die Infektionskrankheit Parodontitis wird von einer bestimmten Gruppe von verschiedenen Bakterien ausgelöst.

Frau hält Päckchen mit Tabletten in der Hand

Verantwortungsvoller Antibiotikaeinsatz

Obwohl in Zeiten zunehmend auftretender Antibiotikaresistenzen ein umsichtiger und rationaler Einsatz von Antibiotika wichtig ist, wird in der Parodontologie gerne der Winkelhoff-Cocktail als Allzweckwaffe eingesetzt. Diese Kombinationstherapie „erschlägt“ zwar alle Parodontitisbakterien, stellt aber häufig eine Übertherapie dar. Denn bei einer Parodontalerkrankung kann sich sowohl das Keimspektrum als auch die Bakterienbelastung von Patient zu Patient stark unterscheiden und in vielen Fällen wäre eine Monotherapie ausreichend. Deshalb macht erst die Bestimmung der Art und Menge der vorhandenen Bakterien die zielgerichtete Auswahl eines passenden Wirkstoffs möglich und erlaubt somit den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika.

Antibiotikaanwendung

Die DG PARO hat sowohl die antibiotischen Wirkstoffe, die in der Parodontologie zum Einsatz kommen sollten, als auch bestimmte Indikationen definiert, bei denen der Patient in der Regel von einer Antibiotikatherapie profitiert. Für den Erfolg der Parodontitistherapie ist aber auch der Zeitpunkt der adjuvanten Antibiose wichtig. Damit das Medikament optimal wirken kann, ist eine unmittelbar zeitgleich stattfindende Reinigung der Zahnfleischtaschen entscheidend.

Lokale oder systemische Antibiose

Die Art und Weise der Applikation des Medikaments kann sich je nach klinischer Manifestation unterscheiden. Liegt eine generalisierte Form der Parodontitis vor, ist meist eine systemische Antibiose von Vorteil, denn über den Blutstrom erreicht das Medikament alle oralen Nischen. Es gibt aber auch Fälle, in denen sich die lokale Applikation des Antibiotikums anbietet. Dies ist z.B. der Fall, wenn refraktäre Resttaschen vorliegen.