Zusammenhang: Parodontitis und weitere Folgekrankheiten

Verschiedene Indizien deuten darauf hin, dass Parodontitis, neben Diabetes mellitus, koronaren Herzerkrankungen usw., noch mit weiteren Krankheiten assoziiert ist. Dazu zählen beispielsweise Pneumonien, Nierenerkrankungen, Tumorerkrankungen und Alzheimer.

Es gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass parodontale Infektionen mit vielen systemischen Erkrankungen zusammenhängen. So erhöht die Anwesenheit von parodontopathogenen Bakterien etwa bei älteren, pflegebedürftigen Menschen das Risiko für eine Pneumonie bis zu 7-fach. Bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung konnte ein deutlich erhöhtes Mortalitätsrisiko nachgewiesen werden, wenn sie zusätzlich parodontal erkrankt waren. Einer aktuellen Studie zufolge gibt es Hinweise darauf, dass eine bestehende Parodontitis auch bei Alzheimerpatienten mit dem Fortschritt des kognitiven Verfalls assoziiert sein könnte.

Auch der Zusammenhang von Krebserkrankungen und Parodontitis wird derzeit aktiv untersucht. Erste Studien lassen vermuten, dass eine profunde Parodontalerkrankung mit einem deutlichen Risikoanstieg für Lungen-, Pankreas- sowie Kopf-, Hals- und Ösophagustumoren einhergeht. Parodontitisbakterien wie P. gingivalis und F. nucleatum könnten dabei die Tumorentwicklung durch direkte Interaktion mit den Epithelzellen stimulieren. Diese vielfältigen Zusammenhänge machen deutlich, dass es bei einer Parodontitis-Therapie um mehr geht als nur eine Zahnbehandlung. Umso wichtiger ist es, dass Zahnärzte, Allgemeinmediziner und Patienten sich dessen bewusst werden und effektiv zusammenarbeiten.