Parodontitis hat Folgen für die Allgemeingesundheit

Die Parodontitis hat nicht nur direkte Auswirkungen auf das Parodont, sondern steht auch in enger Beziehung zu bestimmten Allgemeinerkrankungen. Von einer erfolgreichen Parodontitis-Therapie profitiert daher der gesamte Organismus.

Mehrere Ärzte mit Patientin im Hintergrund

Bei Patienten mit einer Parodontitis werden erhöhte systemische Entzündungsmarker gemessen. Auslöser dafür ist die mit einer Parodontitis einhergehende, chronische Bakteriämie. Im Sulkus liegt die Konzentration der parodontopathogenen Bakterien phasenweise im Millionenbereich. Da die Zähne das Saumepithel durchbrechen, stellen sie eine potenzielle Eintrittsstelle für die Bakterien sowie für die von ihnen produzierten Toxine in das Körperinnere dar. Weil das Taschenepithel bei einer profunden Parodontitis zudem häufig ulzeriert ist, kommt es entsprechend schnell zu einem Übertritt in den Blutkreislauf.

Reaktion des Immunsystems

Als Antwort auf die Bakteriämie kann eine reflektorische Immunreaktion auftreten. Im Vergleich zu parodontal Gesunden werden bei Parodontitispatienten häufig deutlich erhöhte Leukozyten- und CRP-Werte gemessen. Auch im Rahmen der Greifswalder SHIP-Studie zeigte sich eine signifikante Assoziation der beiden Entzündungsparameter „Leukozytenzahl“ sowie „Fibrinogenkonzentration“ mit allen parodontalen Messgrößen. Die Erhöhung dieser systemischen Entzündungsmarker lässt bereits erahnen, dass die unter Umständen Jahre andauernde, chronische Infektion auch auf die Allgemeingesundheit negative Auswirkungen hat. Ein Hauptanliegen der Europäischen Fachgesellschaft für Parodontologie (EFP) ist es daher, die Parodontitis als ernstzunehmende Volkskrankheit stärker in das Bewusstsein sowohl von Patienten als auch Medizinern zu rücken. Natürlich wird der EFP-Aktionsplan „Periodontal health for a better life“ auch von der DG PARO unterstützt.

Risikopatienten profitieren von Parodontalbehandlung

Eine erfolgreiche Parodontitis-Therapie und vor allem eine Reduktion der parodontalen Markerkeime können zur Entlastung des Immunsystems, einem Rückgang entzündlicher Prozesse und somit zu einer grundsätzlichen Verbesserung der Allgemeingesundheit führen. So avanciert der Zahnarzt gewissermaßen zum „Gesundheitsmanager“, indem er durch die Therapie parodontaler Erkrankungen ihren Folgekrankheiten vorbeugt oder diese frühzeitig erkennt. Dabei profitieren insbesondere Risikopatienten mit koronaren Herzerkrankungen, Diabetes mellitus, Rheuma sowie Schwangere, aber auch Menschen mit weiteren Folgekrankheiten von einer diagnostisch-fundierten Parodontalbehandlung. Denn die Verbesserung der parodontalen Gesundheit beeinflusst in der Regel auch assoziierte Begleit- oder Folgeerkrankungen positiv.