In welchen Fällen ist ein Bakterientest sinnvoll?

Im Rahmen einer Parodontalbehandlung ist ein Bakterientest bei unterschiedlichen Indikationen sinnvoll. Im Allgemeinen gilt, dass in folgenden Fällen eine Testung mit micro-IDent® bzw. micro-IDent®plus stattfinden sollte.

Bevor Antibiotika verschrieben werden

Um Über- oder Unterbehandlungen zu vermeiden, sollte aus mikrobiologischer Sicht der Einsatz von Antibiotika niemals blind erfolgen. Aufgrund des bedrohlichen Anstiegs von Antibiotikaresistenzen fordern die G7-Gesundheitsminister und die jeweiligen Fachgesellschaften, dass Antibiotika nur zu therapeutischen Zwecken und nur nach individueller Diagnostik verordnet werden sollen. Die Kenntnis des Erregerspektrums ist für die Wahl des einzusetzenden Antibiotikums wichtig. Daher sollten auch in der Parodontitis-Behandlung Antibiotika nur nach erfolgter Markerkeimanalyse verordnet werden.

Bei Parodontalerkrankungen mit Taschentiefen größer 4 mm

Sondierungswerte ab 4 mm und tiefer gelten als Anzeichen für eine behandlungsbedürftige Parodontalerkrankung. In Abhängigkeit von weiteren klinischen Parametern und der individuellen Bakterienbelastung, ist eine Parodontitis-Therapie angezeigt. Um diese fundiert planen zu können, sollte ein Bakterientest mit micro-IDent® bzw. micro-IDent®plus durchgeführt werden.

Bei therapieresistenter, chronischer Parodontitis

Kann nach erfolgter Therapie keine Verbesserung des klinischen Bildes festgestellt werden, kann dies viele verschiedene Gründe haben. Diese reichen von einer ungenügenden Patientencompliance bis hin zu persistierenden Bakterien. Bei anhaltend schlechtem klinischen Bild sollte dann bei der weiteren Behandlung, begleitend zur mechanischen Parodontitis-Therapie, ein Antibiotikum verabreicht werden. Einen genauen Überblick über die bakterielle Situation liefert eine Analyse mit micro-IDent® bzw. micro-IDent®plus.

Bei aggressiven, rasch verlaufenden Parodontitisformen

Insbesondere das Auftreten einer aggressiven Parodontitis ist häufig mit dem Vorhandensein von gewebegängigen, destruktiven Bakterienspezies wie z.B. Aggregatibacter actinomycetemcomitans gekoppelt. Eine adjuvante Antibiotikatherapie zur Reduktion dieser Keime ist dann fast unumgänglich. Für die Wahl des optimalen Antibiotikums ist es dann wichtig zu wissen, welche Bakterien die Infektion verursachen.

Vor umfangreichen Implantatversorgungen

Eine bestehende Parodontitis stellt einen Risikofaktor für periimplantäre Infektionen dar. Deshalb ist in der Implantologie eine Analyse der Subgingivalflora vor umfangreichen, finanziell aufwendigen Sanierungen sinnvoll. Durch eine diagnostisch-abgesicherte antiinfektiöse Therapie kann schon vor der Implantatinsertion das Risiko für späteren Implantatverlust minimiert werden.

Bei periimplantären Infektionen

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Markerkeime der Parodontitis auch bei periimplantären Infektionen eine wichtige Rolle spielen. Daher ist auch bei dieser Indikation eine mikrobiologische Analyse sinnvoll. Die Periimplantitis-Therapie sieht dann, analog zur Behandlung der Parodontitis, eine mechanische Entfernung der Plaque und ggfs. eine adjuvante Antibiotikatherapie vor. Somit hilft die Analyse des Keimspektrums auch hier bei der Erstellung eines individuellen Behandlungsplans.

Bei Patienten im Recall zur Früherkennung von Rezidiven

Im Verlauf der unterstützenden Parodontitis-Therapie können Kontrollanalysen dabei helfen, Veränderungen der Subgingivalflora zu beobachten und frühzeitig auf eine Verschlechterung zu reagieren.