Vorteile der genetischen Risikobestimmung

Die individuelle Reaktion des Immunsystems auf einen bakteriellen Angriff beeinflusst das Ausmaß und den Verlauf der Erkrankung maßgeblich. Daher ist die Information, ob ein erhöhtes Entzündungsrisiko vorliegt, ein zentraler Parameter für eine erfolgreiche Parodontitis-Therapie.

Das Testsystem GenoType IL-1 ist ein wichtiges und einfaches diagnostisches Werkzeug in der Parodontologie und Implantologie. Es ermöglicht die Bestimmung des genetisch bedingten Entzündungsrisikos Ihres Patienten. Liegen entsprechende Veränderungen im Interleukin-1-Gencluster vor, neigt der Patient zu verstärkten Entzündungsreaktionen. Auf Basis des Testergebnisses ist unter Einbeziehung der klinischen Diagnose sowie weiterer Risikofaktoren die Erstellung eines fundierten, individuellen Risikoprofils möglich. Ihre Behandlung kann dann exakt auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt und dem Verlust von natürlichen Zähnen oder Implantaten wirkungsvoll vorgebeugt werden.

Hochspezifische Analyse des Interleukin-1-Genclusters

Das Testsystem GenoType IL-1 basiert auf der DNA•strip-Technologie, die sich neben hoher Sensitivität auch durch maximale Spezifität auszeichnet. Durch die kombinierte Charakterisierung der drei Loci IL-1A –889, IL-1B +3953 und IL-1RN +2018 des Interleukin-1-Genclusters kann das damit assoziierte, genetisch bedingte Entzündungsrisiko sicher und hochspezifisch nachgewiesen werden. Im Test enthaltene Kontrollen gewährleisten dabei eine korrekte Durchführung, valide Ergebnisse und hohe diagnostische Sicherheit.

Abschätzung des Krankheitsverlaufes bei Patienten mit erhöhtem Entzündungsrisiko

Die Information über das individuelle Entzündungsrisiko hilft Ihnen einzuschätzen, wie schnell und aggressiv sich die Parodontitis im Einzelfall entwickeln könnte. Bei Patienten mit erhöhtem Entzündungsrisiko reichen häufig schon geringere Mengen an Bakterien aus, um eine starke Reaktion des Immunsystems zu provozieren. Insbesondere, wenn weitere Risikofaktoren wie Stress, Rauchen oder mangelhafte Mundhygiene hinzukommen. Daher ist bei betroffenen Patienten manchmal schon bei geringeren Keimkonzentrationen eine Antibiotikagabe sinnvoll.

Festlegung sinnvoller Prophylaxe- und Recall-Intervalle

Nachsorge und die lebenslange Kontrolle sind das A und O in der Parodontitis-Therapie. Zusammen mit weiteren Risikofaktoren wie Rauchen und Stress ist für die Festlegung der Recall-Intervalle die Kenntnis des individuellen Entzündungsrisikos des Patienten entscheidend. Je höher das Risiko, desto häufiger sollte der Patient zur Kontrolle und Nachsorge in die Praxis kommen. So können Sie rechtzeitig auf eine Verschlechterung der klinischen Situation reagieren und Gegenmaßnahmen einleiten.

Risikoeinschätzung vor Implantation

Ihr Patient benötigt ein Implantat? Sichern Sie die Behandlung ab, indem Sie das genetisch bedingte Entzündungsrisiko bestimmen. Die Analyse mit GenoType IL-1 hilft, das Risiko von Implantatkomplikationen einzuschätzen. Besonders, wenn ein Patient mit erhöhtem Entzündungsrisiko zusätzlich Raucher ist. Denn kommen diese beiden Voraussetzungen zusammen, besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Implantatverlust und biologische Komplikationen. Somit stellt die Analyse für Sie eine Möglichkeit dar, sich gegen Implantatversagen oder mögliche Regressforderungen abzusichern.

Motivation zur Nikotinentwöhnung und verbesserter Mundhygiene

Die genetische Risikobestimmung kann Ihrem Patienten verdeutlichen, dass er besonders anfällig für parodontale Erkrankungen ist und er sich daher mehr für den Erhalt seiner Zähne einsetzen muss als andere. Diese Information kann zu einer besseren Compliance motivieren und sich positiv auf die häusliche Mundhygiene auswirken. Auch bei einer Nikotinentwöhnung kann das Testergebnis hilfreich sein. Immerhin steigt das Entzündungsrisiko um das 8-fache an, wenn ein Patient mit genetischem Risikoprofil zusätzlich noch Raucher ist.

Risikoeinschätzung bei familiärer Veranlagung

Die Veränderungen im Interleukin-1-Gencluster können vererbt werden. Weisen daher ein oder beide Elternteile einen Risikotyp auf, so ist es ratsam, auch die Kinder auf diese genetischen Veränderungen zu untersuchen. Bei positivem Testergebnis kann einer drohenden Erkrankung frühzeitig durch intensive zahnärztliche Betreuung und die Sensibilisierung für sorgfältige Mundhygiene vorgebeugt werden.

Ergebnismitteilung GenoType IL-1 wird an Zahnarzt übergeben