In welchen Fällen ist eine genetische Risikobestimmung sinnvoll?

Im Allgemeinen ist die genetische Risikobestimmung immer sinnvoll, da sie hilft, die Situation des Patienten umfassend einzuschätzen. Basierend darauf ist eine individuelle Therapieplanung möglich.

In folgenden Fällen sollte eine genetische Risikobestimmung mit GenoType IL-1 durchgeführt werden. Dabei ist zu beachten, dass diese Untersuchung für jeden Patient nur einmal durchgeführt werden muss, denn der genetische Hintergrund ändert sich lebenslang nicht.

Bei neuen Parodontitispatienten im Rahmen der Grunduntersuchung

Im Rahmen der Grunduntersuchung bei Neupatienten dient die genetische Risikobestimmung der Abschätzung des Krankheitsverlaufs und der rechtzeitigen Intervention. Bspw. kann der adjuvante Einsatz systemischer Antibiotika aufgrund der überdurchschnittlichen Entzündungs- und Immunreaktion bereits bei geringeren Konzentrationen von Parodontitisbakterien sinnvoll sein.

Bei bestehenden Parodontitispatienten

Bei einer etablierten Parodontitis kann die genetische Risikobestimmung den Behandlungsablauf entscheidend beeinflussen. Patienten mit einem erhöhten Entzündungsrisiko benötigen eine besonders engmaschige Betreuung und sorgfältige Überwachung. Sie profitieren von intensiven Prophylaxemaßnahmen ebenso wie von einem verkürzten Recall-Programm. Darüber hinaus sollten zusätzliche Risikofaktoren wie z.B. Rauchen, Stress und mangelhafte Mundhygiene minimiert werden.

Bei aggressiver, therapieresistenter Parodontitis

Die Einbindung dieser Patienten in ein engmaschiges Recall-Programm ist von Vorteil. Darüber hinaus benötigen diese Patienten aufgrund höherer Empfindlichkeit gegenüber parodontopathogenen Bakterien unter Umständen eine frühzeitigere, antibiotische Begleittherapie.

Vor Implantationen, insbesondere bei Rauchern

Vor Implantationen dient das Testergebnis der Einschätzung des Behandlungserfolges sowie der Absicherung gegen eventuelle Regressforderungen bei möglicherweise auftretenden Komplikationen.

Bei Patienten mit unverhältnismäßig starker Reaktion auf parodontopathogene Bakterien

Wenn das klinische Ausmaß der Erkrankung nicht mit dem Ergebnis der mikrobiologischen Untersuchung übereinstimmt, kann das auf das Vorliegen von Sequenzvariationen im Interleukin-1-Gencluster zurückzuführen sein. Denn Patienten mit einem erhöhten Entzündungsrisikos reagieren unter Umständen schon auf geringere Konzentrationen von Parodontitisbakterien mit einer überschießenden Immunantwort.

Bei Patienten mit Nikotinabusus

Da Nikotinkonsum das Risiko an einer Parodontitis zu erkranken zusätzlich verstärkt, ist eine genetische Risikobestimmung besonders bei Rauchern zu empfehlen.

Bei Familienmitgliedern von Patienten mit Sequenzvariationen im Interleukin-1-Gencluster

Auch Kinder von Eltern mit erhöhtem Entzündungsrisiko profitieren von einer genetischen Risikobestimmung. Liegt beim Nachwuchs eine genetische Prädisposition vor, können frühzeitig prophylaktische Maßnahmen ergriffen werden, die die Etablierung der Erkrankung verhindern oder verzögern können.

Bei Periimplantitis

Patienten mit einem erhöhten Entzündungsrisiko reagieren auf parodontopathogene Bakterien im periimplantären Sulkus unter Umständen mit einer überdurchschnittlich starken Immunantwort. Wenn also Veränderungen im Interleukin-1-Gencluster bei einem Patienten vorliegen, kann eine unterstützende Antibiotikatherapie bereits zu einem früheren Zeitpunkt der Periimplantitistherapie indiziert sein. Darüber hinaus beeinflusst das Wissen um die genetische Prädisposition des Patienten auch die Entscheidung über die Erhaltungswürdigkeit eines Implantates.

Probenentnahmeset GenoType IL-1 wird Patientin gezeigt