Risikofaktoren für eine Parodontitis

Nicht nur Raucher haben ein erhöhtes Risiko an einer Parodontitis zu erkranken. Auch eine schlechte Zahnpflege oder genetische Veranlagung gehören zu den Faktoren, die den Verlauf der Krankheit beeinflussen.

Die Parodontitis ist eine Krankheit, bei der mehrere unterschiedliche Faktoren für Entstehen, Ausmaß und Verlauf der Erkrankung verantwortlich sind. Hauptursache sind die Bakterien, es gibt aber noch weitere Risikofaktoren. Ist ein Patient von mehreren dieser Risikofaktoren betroffen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass er an einer Parodontitis erkrankt.

Zu diesen Risikofaktoren zählen:

Ungenügende oder falsche Zahnpflege

Hindert man die Bakterien durch regelmäßige und sorgfältige Zahnpflege nicht daran, sich immer weiter zu vermehren und auszubreiten, bildet sich schnell Plaque. Diese zähe Masse lässt sich durch oberflächliches Zähneputzen schwer wieder entfernen. Im Laufe der Zeit verhärtet die Plaque zu Zahnstein, was eine Reizung und Entzündung des Zahnfleisches zur Folge hat. Wird nichts unternommen, kann das langfristig zu einer Parodontitis führen oder eine bestehende Parodontitis weiter vorantreiben.

Genetische Veranlagung

Auch wenn die Bakterien die Hauptursache der Parodontitis sind, spielt die genetische Veranlagung des einzelnen Patienten doch eine wichtige Rolle. Sie bestimmt letztlich, wie schnell die Erkrankung voranschreitet. Bei bestimmten Veränderungen in den Interleukin-1-Genen reagiert das Immunsystem nämlich stärker auf die Bakterien als normal. Das führt dazu, dass bei Patienten mit dieser genetischen Veranlagung die Erkrankung schneller voranschreitet als bei anderen. Solche Patienten müssen deshalb verstärkt auf Ihre Zahnpflege achten und regelmäßig ihr Zahnfleisch kontrollieren lassen.

Allgemeinerkrankungen

Es ist nachgewiesen, dass verschiedene Erkrankungen das Fortschreiten der Parodontitis negativ beeinflussen können. Insbesondere die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus kann bei schlecht eingestelltem Blutzuckerspiegel eine Parodontitis begünstigen.

Schwangerschaft

Da bei einer Schwangerschaft das Bindegewebe insgesamt lockerer wird, können Bakterien leichter in den Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch eindringen und eine Zahnfleischentzündung hervorrufen. Wird diese nicht behandelt, kann sich daraus schnell eine Parodontitis entwickeln.

Ansteckung

Bei der Parodontitis handelt es sich um eine Infektionskrankheit. Leidet ein Familienmitglied oder der Partner daran, ist die Wahrscheinlichkeit einer gegenseitigen Ansteckung erhöht. Um eine Übertragung der Bakterien zu vermeiden, sollte man keine Zahnputzutensilien oder Essbesteck teilen. Wichtig zu wissen: Die Bakterien können auch beim Küssen übertragen werden.

Stress

Stress wirkt sich insgesamt negativ auf den Körper aus. Auch das Immunsystem und die Parodontitis bilden hier keine Ausnahme. Zudem äußert sich Stress oft in Zähneknirschen, was eine zusätzliche Belastung für die Zähne und den Kieferknochen darstellt.

Ernährung

Eine unausgewogene Ernährung kann die Infektion weiter befeuern. Es wird empfohlen, sich ausgewogen zu ernähren und dabei Zucker zu reduzieren. Omega-3-Fettsäuren sowie die Vitamine C und D sollen zudem einen positiven Einfluss auf das Immunsystem zu haben, sodass dieses angemessen auf die Infektion reagieren kann.

Tabakkonsum

Raucher haben ein ca. 3-fach höheres Risiko, eine Parodontitis zu entwickeln. Dabei wird diese Erkrankung bei Rauchern oft erst besonders spät entdeckt. Das liegt daran, dass das Zahnfleisch durch das Nikotin nur schlecht durchblutet wird und dadurch das Zahnfleischbluten als wichtigstes Warnsignal für eine Parodontitis nicht oder kaum auftritt. Daher sollten Raucher besonders gut auf ihre Zahnpflege achten und regelmäßig den Zahnarzt aufsuchen.

Medikamente

Einige Medikamente fördern die Entstehung von Parodontitis. Dies gilt z.B. für blutdrucksenkende Mittel oder Arzneien zur Unterdrückung der Immunreaktion.