Therapie der Periimplantitis

Liegt bereits eine Periimplantitis vor, so muss die Therapie im Wesentlichen zwei Ziele verfolgen: einerseits die Ursache der Infektion, die zum Abbau des Alveolarknochens führt, eliminieren und andererseits ein Stadium erreichen, das dem der Ausgangssituation entspricht. Der Idealfall besteht in einer Reosseointegration des betroffenen Implantats. Es zeigt sich allerdings, dass eine verbindliche Therapieempfehlung nicht existiert und zahlreiche Untersuchungen und Behandlungen sich nur auf Einzelfälle beziehen.

 

Für eine erfolgreiche Behandlung sollten im Verlauf der Therapie in jedem Fall insbesondere fünf Zielsetzungen verfolgt werden:

  1. Eliminierung der bakteriellen Plaque in der periimplantären Tasche
  2. Dekontamination und Konditionierung der Implantatsoberfläche
  3. Reduktion oder Eliminierung von Stellen, die durch Oralhygienemaßnahmen nicht Plaque-frei gehalten werden können
  4. Planung eines effizienten Plaquekontroll-Programms zur Prävention von Mukositis sowie Reinfektion der    Resttasche
  5. Regeneration des Knochens

Während eine mechanische Reinigung allein zur effizienten Keimreduktion häufig nicht ausreicht, kann bei gleichzeitiger Suppression der pathogenen Mundflora durch eine adjuvante Antibiotikatherapie der Verlust eines Implantats in der Regel verhindert werden (Mombelli, 2002). Zur Auswahl eines effizienten und auf das individuelle Keimspektrum des Patienten abgestimmten Antibiotikums, sowie zur Kontrolle des Therapieerfolges ist in solchen Fällen die Anwendung eines molekularbiologischen Tests wie micro-IDent® oder micro-IDent®plus indiziert.

Zusammenfassung
Um dem Verlust enossaler Implantate dauerhaft vorzubeugen, ist eine genaue Anamnese der aktuellen Implantatsituation von enormer Wichtigkeit. Da die Periimplantitis viele Ursachen haben kann, hilft eine möglichst umfassende Analyse der patientenspezifischen Risikofaktoren dem behandelnden Zahnarzt bei der Erstellung eines individualisierten und damit maximal erfolgreichen Therapiekonzeptes. Zur frühzeitigen Erkennung bakteriell bedingter Periimplantitiden sollte der Einsatz mikrobiologischer Markerkeimanalysen daher auch integraler Bestandteil jeder Nachsorge sein.