Für jeden Bedarf die richtige Analyse:
Markerkeimanalysen mit micro-IDent® und micro-IDent®plus

Parodontitis und Periimplantitis haben viele Gesichter. In Abhängigkeit von der Behandlungsphase, der Erkrankungsform oder dem klinischen Bild sind unterschiedliche Informationen erforderlich. Daher haben Sie die Möglichkeit zwischen verschiedenen Analyseformen zu wählen: Die Markerkeimanalyse mit micro-IDent® bzw. micro-IDent®plus gibt Auskunft über das Vorkommen und die Konzentration der fünf bzw. elf wichtigsten parodontopathogenen Spezies sowie deren Zugehörigkeit zu „Bakterienkomplexen“.

Das Basistestsystem micro-IDent® erlaubt den Nachweis der fünf wichtigsten parodontopathogenen Markerkeime:

  • Aggregatibacter actinomycetemcomitans (Aa) 
  • Porphyromonas gingivalis (Pg)
  • Tannerella forsythia (Tf)
  • Treponema denticola (Td)
  • Prevotella intermedia (Pi)

Das erweiterte Testsystem micro-IDent®plus gestattet die Detektion von insgesamt elf wichtigen Markerkeimen:

  • Aggregatibacter actinomycetemcomitans (Aa)
  • Porphyromonas gingivalis (Pg)
  • Tannerella forsythia (Tf)
  • Treponema denticola (Td)
  • Prevotella intermedia (Pi)
    und zusätzlich noch
  • Parvimonas micra (Pm)
  • Fusobacterium nucleatum (Fn)
  • Campylobacter rectus (Cr)
  • Eubacterium nodatum (En)
  • Eikenella corrodens (Ec)
  • Capnocythophaga sp. (Cs)

Wann ist es nötig auf elf Markerkeime zu testen, anstatt nur auf fünf?

Obwohl es sich bei den fünf Keimspezies, die mit micro-IDent® nachgewiesen werden können, um die Markerkeime mit der höchsten Pathogenität handelt, ist eine Testung auf insgesamt elf Spezies, die das Testsystem micro-IDent®plus erfasst, von Vorteil. So haben auch schwächer pathogene Keime eine wichtige Bedeutung bei der Entstehung von Parodontalerkrankungen und beeinflussen somit die Wahl der im Einzelnen erforderlichen therapeutischen Maßnahmen.

Basierend auf der Komplextheorie nach Socransky (1998) spiegelt die Zusammensetzung der subgingivalen Mikroflora den Verlauf der Parodontitis wieder. Hierbei wird insbesondere den Keimen Aggregatibacter actinomycetemcomitans, Porphyromonas gingivalis, Tannerella forsythia, Treponema denticola und Prevotella intermedia eine sehr stark bzw. stark pathogene Wirkung zugerechnet. Die weiteren sechs Spezies von moderater bis starker Pathogenität, deren Vorkommen und Konzentrationen gemeinsam mit den oben genannten Spezies in einer Untersuchung mit micro-IDent®plus bestimmt werden, können auch für sich alleine betrachtet bereits eine behandlungsbedürftige Situation ergeben.

Die Durchführung der Markerkeimanalysen kann aber auch in Form eines Stufenmodells erfolgen:

Hierbei wird zunächst das Basistestsystem micro-IDent® durchgeführt. Ist dieser Basistest entgegen dem klinischen Bild negativ oder schwach positiv ausgefallen, empfiehlt sich eine weitere Testung mit micro-IDent®plus. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Infektion durch Keime des orangen, orange-assoziierten oder grünen Komplexes verursacht und aufrecht erhalten wird. Diese können mit dem Basistest nicht erfasst werden. Insbesondere bei jungen Patienten mit schwerem klinischen Bild bei guter Mundhygiene sowie bei Rezidivpatienten sind die Keime des orange-assoziierten bzw. grünen Komplexes häufig maßgeblich an der Erkrankung beteiligt.

Darüber hinaus hat auch der Nachweis moderat pathogener Keime in hohen Konzentrationen durchaus therapeutische Relevanz und kann die Wirkstoffwahl nachhaltig beeinflussen.

Das nachstehende Patientenbeispiel veranschaulicht, welche Auswirkungen eine umfassendere Testung auf die Therapie haben können:

Beispiel I: Analyse mit dem Basistest micro-IDent® auf fünf Spezies
Eine erste Analyse beim Patienten Max Mayer mit dem Basistest zeigt eine therapierelevante Belastung mit Keimen des roten Komplexes. Eine unterstützende Behandlung mit Metronidazol scheint demnach indiziert. Eine Verbesserung des klinischen Bildes tritt jedoch trotz optimaler Behandlung und guter Patientencompliance nicht ein.

 


Beispiel II: Analyse mit dem erweiterten micro-IDent®plus auf insgesamt elf Spezies
Nur eine Analyse mit micro-IDent®plus auf insgesamt elf Spezies zeigt auf, dass beim Patienten Max Mayer aus Beispiel I zusätzlich hohe Konzentrationen von Keimen des grünen Komplexes vorliegen. Diese sprechen nicht auf eine Therapie mit Metronidazol an und bedürfen einer zusätzlichen Behandlung mit Amoxicillin. Anhand des nachgewiesenen Keimspektrums wird die Wirkstoffwahl bestimmt. In diesem Beispiel ist für den Patienten folglich eine adjuvante Therapie mit dem Winkelhoff-Cocktail als Therapie der Wahl angezeigt.


So wird ersichtlich, dass es in bestimmten Fällen erforderlich ist, nicht nur das Vorliegen von Bakterienspezies der höchsten Pathogenität zu untersuchen. Auch die moderat-pathogenen Keime besitzen in hohen Konzentrationen durchaus therapeutische Relevanz und können die Wirkstoffwahl nachhaltig beeinflussen. Insbesondere bei schwerem klinischem Bild beziehungsweise bei Therapieversagen ist daher eine Testung mit micro-IDent®plus angeraten. So kann wertvolle Zeit gespart und die Therapie auf die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Patienten angepasst werden.