Therapeutische Konsequenzen

Patienten mit einer erblichen bedingten, erhöhten IL-1-vermittelten Entzündungsneigung benötigen eine besonders sorgfältige und intensive Betreuung und sollten sich in regelmäßigen Abständen in der Praxis vorstellen. In Abhängingkeit davon welche Polymorphismen vorliegen unterscheidet GenoType® IL-1 die Risikotypen A-D. Das IL-1-vermittelte, genetisch bedingte Entzündungsrisiko nimmt von Risikotyp A nach D zu. Patienten der Risikotypen B, C und D haben ein erhöhtes Entzündungsrisiko und benötigen daher einen intensivierten Therapie- und Prophylaxeplan mit kurzen Recall-Intervallen.

 

Dabei ist der Nachweis einer erblich bedingten, erhöhten Entzündungsneigung nicht mit der Diagnose einer parodontalen Erkrankungen gleichzusetzen, sondern hilft, das individuelle Risiko eines Patienten richtig einzuschätzen. Wenn der Risikotyp bekannt ist, kann die Behandlung individuell auf den Patienten abgestimmt werden. So muss der Patient bei einer genetischen Vorbelastung besonders intensiv betreut werden. Zusätzlich sollte darauf hingewiesen werden, dass weitere Risikofaktoren, wie z.B. Rauchen, vermieden werden sollten, da diese den Krankheitsverlauf zusätzlich negativ beeinflussen. Auch ist bei den betroffenen Patienten eine Antibiotika-Therapie zur Beseitigung der parodontopathogenen Bakterien häufig zu einem früheren Zeitpunkt indiziert als bei Patienten ohne erbliche Vorbelastung. Besteht eine nachgewiesene erbliche Veranlagung für einen oder beide Elternteile, so ist es ratsam, auch die Kinder auf Veränderungen in den IL-1-Genen zu untersuchen. Nur so kann frühzeitig einer möglicherweise drohenden Erkrankung vorgebeugt werden. Auch vor kiefer-orthopädischen Maßnahmen ist es sehr wichtig, zu erfahren, ob mit einer veränderten Osteoblasten-Aktivität zu rechnen ist, da gerade kiefer- und zahn-regulatorische Behandlungen maßgeblich durch diese Zellen getragen werden. Ein IL-1-positives Testergebnis kann beim Patienten zu der Einsicht führen, das Rauchen aufzugeben und die Mundhygiene zu verbessern. Durch die frühzeitige Kenntnis der erblichen Vorbelastung können auch entsprechende Prophylaxemaßnahmen frühzeitig eingeleitet werden.

 

Die Analyse des IL-1-Risikotyps hat Einfluss auf:

  • Behandlungstrategie und Recallintensität
  • Zeitpunkt adjuvanter Antibiotika-Therapien
  • Planung und Durchführung von Implantationen
  • Betreuung und Prophylaxe von Kindern mit genetisch prädisponierten Eltern
  • Planung und Durchführung kieferorthopädischer Maßnahmen
  • Motivation des Patienten bei Mundhygieneoptimierung und Nikotinverzicht