Parodontitis: Was ist das? Und wie entsteht diese Erkrankung?

Leiden Sie an einer Parodontitis? Dann sind Sie nicht allein! Die Parodontitis gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Menschen überhaupt und gilt als echte Volkskrankheit. In Deutschland sind über 60% der erwachsenen Bevölkerung von einer mehr oder weniger ausgeprägten Form dieser Erkrankung betroffen. Bei den über 40-jährigen steigt dieser Anteil sogar auf mehr als 75%. Bei Erwachsenen gehen daher mehr Zähne durch Parodontitis als durch Karies verloren.

Der Zahnhalteapparat besteht aus dem Zahnfleisch, dem Kieferknochen, der Wurzelhaut und dem Wurzelzement. Der Zahn ist mit Haltefasern im Knochen verankert und  es besteht eine feste Verbindung zwischen Zahn und Zahnfleisch. Das gesunde Zahnfleisch ist rosa und leicht glänzend.

Stadien der Parodontitis Durch Nahrungsaufnahme, Bakterienwachstum etc. bildet sich auf den Zähnen ein Biofilm aus Speiseresten, Bakterien und organischen sowie mineralischen Substanzen, die so genannte Plaque. Wird die Plaque - besonders am Zahnfleischrand - nicht sorgfältig entfernt, verhärtet sie sich unter dem Einfluss des Speichels zu Zahnstein. Dieses harte Material reizt das Zahnfleisch und es kommt zu einer leichten Entzündung: das Zahnfleisch schwillt an, verfärbt sich rötlich und zeigt eine erhöhte Blutungsneigung, z.B. beim ganz normalen Zähneputzen. Diese leichte Form der Zahnfleischerkrankung wird Gingivitis genannt. Durch sorgfältige Entfernung der Plaque ist Gingivitis aber vollständig reversibel, und das Zahnfleisch erholt sich durch regelmäßige sorgfältige Entfernung aller Belege – zu Hause und beim Zahnarzt –schnell wieder vollständig.


 Wird bei Vorliegen einer Gingivitis der Zahnstein nicht entfernt, so breitet sich dieser weiter in Richtung  Zahnwurzel aus. Die Entzündung weitet sich aus und schließlich entsteht eine Parodontitis mit bleibenden F olgen für den Zahnhalteapparat. Die Parodontitis (veraltet: Parodontose) ist ebenfalls eine bakteriell bedingte entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates, im Gegensatz zur Gingivitis ist diese aber leider zumeist irreversibel. So gilt es hier rechtzeitig zu handeln, bevor dauerhafte Schäden entstehen. Durch die Ablösung des Zahnfleisches vom Zahnhartgewebe bilden sich so genannte Zahnfleischtaschen. Diese Zahnfleischtaschen bieten den Parodontitis-Bakterien optimale Lebensbedingungen. So wird im weiteren Verlauf einer Parodontalerkrankung das den Zahn umgebende Binde- und Knochengewebe durch die Bakterien immer weiter zerstört.

Wird die Parodontitis nicht spätestens jetzt behandelt, kann sich die Zerstörung von Knochen und Gewebe soweit fortsetzen, dass der Zahn keinen Halt im Kieferknochen mehr findet, zunächst wackelt und schließlich ausfällt. Wird diesem Prozess frühzeitig Einhalt geboten, so kann der Zahnverlust langfristig vermieden werden und die Erkrankung gestoppt zumindest deutlich verlangsamt werden.